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Sind Legionellen wirklich gefährlich?

Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass rund 4 % der Lungenentzündungen in Deutschland, die nicht in Krankenhäusern erworben wurden, auf eine Legionellen-Infektion zurück zu führen sind. Die Sterblichkeit wird dabei auf bis zu 10 % geschätzt. Man muss also von rund 3.000 Todesfällen pro Jahr ausgehen. Das entspricht annähernd der Anzahl an Verkehrstoten pro Jahr in Deutschland. 

Hauptinfektionsweg ist das Einatmen der Wassertröpfchen bei Vernebelung aus dem Warmwasserbereich. Somit stellen insbesondere Duschen, aber auch Aerosole am Wasserhahn, Luftbefeuchter, Klimaanlagen und Kühltürme Gefahrenquellen dar. Wundinfektionen sind äußerst selten und auch normales Essen und Trinken ist möglich. Lediglich wenn dabei erregerhaltiges Wasser in die Luftröhre gelangt, können Infektionen entstehen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wird bisher ausgeschlossen.

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) verpflichtet Hauseigentümer und Verwalter die Trinkwasser-Installationen in einem jederzeit mängelfreien Zustand, ohne hygienische Beeinträchtigung zu betreiben. Dies ist eine vertragliche und gesetzliche Pflicht.

Die TrinkwV regelt die Pflichten von Hausverwaltungen und anderen Immobilien-Eigentümern bei Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen im Trinkwasser. Im Falle eines Falles verpflichtet die Verordnung zur Erstellung einer Gefährdungsanalyse. Diese liefert eine konkrete Bestandsaufnahme von planerischen, bau- oder betriebstechnischen Mängeln, die zum Legionellen-Problem geführt haben. Sie hilft dem Eigentümer/Betreiber, wirksame Gegenmaßnahmen zu treffen und diese in Abhängigkeit vom Grad der Gesundheitsgefährdung der Hausbewohner zeitlich abzustimmen.